Präventionsstellen nennen als übliche Menge 0,5 bis 2 Gramm getrocknete oder 5 bis 10 Gramm frische Pilze, was grob 5 bis 20 mg Psilocybin entspricht1. Jede dieser Angaben ist eine Schätzung. Der Wirkstoffgehalt schwankt zwischen Arten, Pilzen und sogar zwischen Hut und Stiel um ein Mehrfaches, und niemand kann einem Pilz ansehen, wie viel er enthält.
Diese Seite ersetzt keine Beratung und ist keine Aufforderung zum Konsum. Psilocybinhaltige Pilze sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz verboten. Sie fasst zusammen, was Fachstellen zur Verringerung von Risiken empfehlen.
Mengen und ihre Grenzen
| Getrocknete Pilze | Frische Pilze | Grobe Einordnung |
|---|---|---|
| unter 0,5 g | unter 5 g | leichte Veränderungen, oft vor allem körperlich |
| 0,5 bis 1 g | 5 bis 10 g | deutliche Wirkung auf Stimmung und Wahrnehmung |
| 1 bis 2 g | 10 bis 20 g | starke Wirkung, Kontrollverlust möglich |
| über 2 g | über 20 g | sehr starke Wirkung, deutlich höheres Risiko schwieriger Verläufe |
Die Mengen folgen der Spanne von Mindzone1 und dem Verhältnis von etwa eins zu zehn zwischen getrockneten und frischen Pilzen, die Einordnung in der rechten Spalte ist unsere eigene Zusammenfassung. Sie gilt für Pilze mit durchschnittlichem Gehalt. Ein starker Pilz kann aus der zweiten Zeile die dritte machen. In einer Befragung von fast 2000 Menschen über ihre schwierigste Pilzerfahrung hing die Schwere des Erlebens mit der geschätzten Dosis zusammen2.
Was Fachstellen empfehlen
- Wenig nehmen und warten. Die Suchtprävention Zürich rät, möglichst wenig und möglichst selten zu konsumieren und bei Pilzen besonders vorsichtig zu dosieren, weil der Gehalt nie klar ist3. Leg vorher fest, dass du nicht nachlegst. Die Wirkung kann eine Stunde auf sich warten lassen.
- Nicht allein. Eine vertraute Person sollte dabei sein, am besten jemand, der selbst nüchtern bleibt34. In der Befragung zu schwierigen Erfahrungen hatten nur 3 % eine solche Begleitung5.
- Ruhige Umgebung. Vermeide Reizüberflutung und Menschenmengen4. Wähl einen Ort, den du kennst und jederzeit verlassen kannst.
- Weder voller noch komplett leerer Magen. Beides fördert Übelkeit und Kreislaufprobleme4. Eine leichte Mahlzeit einige Stunden vorher ist ein guter Mittelweg.
- Nicht fahren. Lass Auto, Fahrrad und Maschinen stehen. In Deutschland ist das Führen eines Fahrzeugs unter dem Einfluss berauschender Mittel strafbar, wenn man nicht sicher fahren kann (§ 316 StGB)6.
- Keine wild gesammelten Pilze. Bei gesammelten Pilzen besteht Verwechslungsgefahr mit tödlichen Arten3. Siehe Arten.
Wer verzichten sollte
- Menschen, bei denen selbst oder in der engen Familie eine Psychose, Schizophrenie oder bipolare Störung bekannt ist. Durch Halluzinogene ausgelöste Psychosen betreffen vermutlich vor allem Menschen mit dieser Veranlagung37.
- Menschen in einer akuten Krise oder unter starkem Druck.
- Menschen mit Herzproblemen, weil Puls und Blutdruck während der Wirkung schwanken1.
- Schwangere und Stillende.
- Kinder und Jugendliche. Ihr Gehirn ist noch in Entwicklung, und schwierige Erfahrungen belasten sie besonders stark3.
Gefährliche Mischungen
Lithium. In einer Auswertung von Online-Erfahrungsberichten beschrieben 47 % der 62 Berichte über ein klassisches Psychedelikum zusammen mit Lithium einen Krampfanfall8. Diese Kombination ist ausgeschlossen.
HIV-Medikamente. Die Deutsche Aidshilfe warnt bei Efavirenz und bei Wirkverstärkern wie Ritonavir oder Cobicistat vor verstärkten Halluzinationen, Psychosen und Flashbacks4.
SSRI und SNRI. Diese Antidepressiva schwächen die Wirkung von Psilocybin oft ab, laut einer Auswertung teils noch Monate nach dem Absetzen9. Wer deshalb mehr nimmt, kann bei schwankendem Gehalt plötzlich viel zu viel erwischen. Setz verschriebene Medikamente nie eigenmächtig ab. Sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Cannabis. Verstärkt die halluzinogene Wirkung und erhöht das Risiko psychotischer Zustände4.
Alkohol, Ecstasy, Speed. Das Risiko unberechenbarer Rauschzustände steigt1. Alkohol trocknet den Körper zusätzlich aus3.
Was schwierige Erfahrungen ausmacht
Die größte Befragung zu diesem Thema stammt von der Johns Hopkins University. 1993 Menschen beschrieben ihre schwierigste Pilzerfahrung. 39 % zählten sie zu den fünf belastendsten Erlebnissen ihres Lebens, 11 % hatten sich oder andere in Gefahr gebracht, 2,6 % waren aggressiv geworden und 2,7 % brauchten medizinische Hilfe5. Das Risiko stieg mit der Dosis, der Dauer der Erfahrung und dem Fehlen von Halt und Begleitung.
Diese Zahlen beschreiben gezielt die schlimmsten Erfahrungen. Wie häufig solche Verläufe insgesamt sind, zeigt eine andere Zahl: Im Global Drug Survey suchten 0,2 % der Menschen, die im Vorjahr Pilze genommen hatten, notfallmedizinische Hilfe, pro Konsumanlass geschätzt 0,06 %. Jüngeres Alter war der einzige Faktor, der das Risiko vorhersagte10.
Wenn es schwierig wird
Notruf Deutschland 112, Österreich und Schweiz 144. Giftnotruf Berlin 030 19240, Vergiftungsinformationszentrale Wien 01 406 43 43, Tox Info Suisse 145. Sag offen, was genommen wurde: Ärztinnen und Ärzte unterliegen der Schweigepflicht4.
Ruf den Notruf, wenn jemand nicht mehr ansprechbar ist, einen Krampfanfall hat, schwer atmet, verletzt ist oder sich oder andere gefährdet. In allen anderen Fällen hilft oft schon Folgendes:
- Sprich ruhig und wenig. Erinnere die Person daran, dass die Wirkung von den Pilzen kommt und nachlässt4.
- Wechsle die Umgebung: ein ruhigerer Raum, gedämpftes Licht, frische Luft, keine fremden Menschen.
- Hilf beim Hinsetzen oder Hinlegen, biete Wasser an und bleib da.
- Auf Festivals und Partys gibt es Sanitätsdienste und oft Beratungsstände, die genau solche Situationen kennen.
Toleranz und Mikrodosierung
Nach einer Einnahme baut sich schnell Toleranz auf, eine zweite Einnahme in den Folgetagen wirkt schwächer1. Wer das mit einer höheren Menge ausgleicht, steht wieder vor dem Problem des unbekannten Gehalts.
Mikrodosieren heißt, regelmäßig eine kaum spürbare Menge zu nehmen. Die bisher größte placebokontrollierte Untersuchung mit 191 Teilnehmenden fand keine nennenswerten Unterschiede zwischen Mikrodosis und Placebo. Viele der berichteten Effekte ließen sich durch Erwartung erklären11.
Substanzanalyse
In der Schweiz bietet das Drogeninformationszentrum Zürich anonyme Substanzanalysen mit Beratungsgespräch an3. Bei Pilzen ist die Aussagekraft begrenzt: Eine Analyse zeigt den Gehalt der untersuchten Probe, und der nächste Pilz kann anders sein.
Was rechtlich gilt, steht im Kapitel Rechtslage. Wie der Verlauf einer Wirkung aussieht, beschreibt das Kapitel Wirkung.
Quellen
- Mindzone (Landescaritasverband Bayern): Pilze
- Carbonaro u. a. (2016): Survey study of challenging experiences after ingesting psilocybin mushrooms, Journal of Psychopharmacology
- Suchtprävention Zürich: LSD und Zauberpilze, Problemen vorbeugen
- Deutsche Aidshilfe, Drogenportal: Pilze, Wirkung, Nebenwirkungen, Safer Use
- drugcom.de: Was bei einem Trip auf Pilzen passieren kann, Zusammenfassung von Carbonaro u. a. (2016)
- § 316 StGB, Trunkenheit im Verkehr
- Johnson u. a. (2008): Human hallucinogen research: guidelines for safety, Journal of Psychopharmacology
- Nayak u. a. (2021): Classic psychedelic coadministration with lithium, but not lamotrigine, is associated with seizures, Pharmacopsychiatry
- Gukasyan u. a. (2023): Attenuation of psilocybin mushroom effects during and after SSRI/SNRI antidepressant use, Journal of Psychopharmacology
- Kopra u. a. (2022): Adverse experiences resulting in emergency medical treatment seeking following the use of magic mushrooms, Journal of Psychopharmacology
- Szigeti u. a. (2021): Self-blinding citizen science to explore psychedelic microdosing, eLife