Die Wirkung von Zauberpilzen setzt nach 20 bis 60 Minuten ein, erreicht nach etwa zwei Stunden ihren Höhepunkt und klingt nach vier bis sechs Stunden ab12. Wie sie sich anfühlt, hängt stark von der Menge, der Verfassung und der Umgebung ab. Dieselbe Person kann an zwei Tagen mit derselben Menge sehr verschiedene Erfahrungen machen.
Der Verlauf in Stunden
| Zeit nach Einnahme | Was häufig beschrieben wird |
|---|---|
| 0 bis 60 Minuten | Gähnen, Frösteln oder Wärme, Übelkeit, weite Pupillen, innere Unruhe |
| 1 bis 2 Stunden | Farben und Geräusche werden intensiver, Muster bewegen sich, das Zeitgefühl verschiebt sich |
| 2 bis 3 Stunden | Höhepunkt: stärkste Veränderungen von Wahrnehmung, Denken und Gefühlen |
| 3 bis 6 Stunden | langsames Abklingen, oft redselig oder still und nachdenklich |
| danach | Müdigkeit, Hunger, häufig Schlaf |
Die Zeiten sind Richtwerte aus den Angaben von Mindzone, der Aidshilfe und drugcom123. Auf vollen Magen setzt die Wirkung später ein. Eine zweite Portion, nachgelegt weil scheinbar nichts passiert, verlängert und verstärkt den Verlauf.
Was mit der Wahrnehmung passiert
Typisch sind veränderte Sinneseindrücke, vor allem beim Sehen und Hören. Farben wirken satter, Flächen scheinen zu atmen, bei geschlossenen Augen entstehen Muster. Raum und Zeit werden anders erlebt, Minuten können sich wie Stunden anfühlen4. Bei höheren Mengen kann das Gefühl entstehen, vom eigenen Körper losgelöst zu sein4.
Gefühle werden lauter. Lachen, Rührung, Staunen und Angst liegen oft nah beieinander. Gedanken springen oder hängen an einem Thema fest, Gespräche können sehr bedeutsam oder völlig absurd wirken. Anders als bei LSD dauert all das deutlich kürzer: drei bis sechs Stunden gegenüber acht bis zwölf4.
Was der Körper merkt
Gerade in der ersten Stunde sind die körperlichen Zeichen oft stärker als die psychischen. Beschrieben werden Übelkeit, Herzklopfen, Schwankungen von Puls und Blutdruck, Schweißausbrüche, Atembeschwerden, Gleichgewichts- und Orientierungsstörungen14. Die meisten dieser Zeichen lassen nach, wenn die eigentliche Wirkung beginnt. Das Unfallrisiko bleibt die ganze Zeit erhöht, weil Menschen sich selbst und ihre Umgebung falsch einschätzen2.
Warum Umgebung und Verfassung so viel ausmachen
In der Forschung heißt das Zusammenspiel Set und Setting: die innere Verfassung (Set) und die äußere Umgebung (Setting). Im Global Drug Survey nannten Menschen, die wegen Pilzen notfallmedizinische Hilfe brauchten, als häufigste Gründe eine schlechte Verfassung, eine ungünstige Umgebung und Mischkonsum5. Gedränge, Lärm, fremde Menschen und das Gefühl, nicht weg zu können, sind in Berichten über schwierige Erfahrungen immer wieder dabei.
Ein typischer Verlauf, zusammengesetzt
Zusammengesetzter Bericht. Er beschreibt keinen einzelnen Menschen und fasst Muster zusammen, die in veröffentlichten Erfahrungsberichten und Aufklärungsmaterial immer wieder vorkommen.
Zwei Erwachsene, eine davon nüchtern, verbringen einen freien Samstag in einer vertrauten Wohnung. Die eine nimmt eine niedrige Menge getrockneter Pilze, abgewogen, auf halbleeren Magen. Die erste halbe Stunde passiert wenig, nur Gähnen und ein flaues Gefühl im Bauch. Sie widersteht dem Gedanken, nachzulegen.
Nach etwa 45 Minuten wirkt das Licht wärmer, ein Teppichmuster beginnt sich langsam zu drehen. Musik klingt räumlicher als sonst. In der zweiten Stunde kommen Lachanfälle über Kleinigkeiten, dann eine stille Phase am Fenster, in der sie lange die Bewegung der Bäume beobachtet. Einmal kippt die Stimmung, als das Telefon klingelt und eine unerwartete Nachricht kommt. Die nüchterne Begleitung legt das Telefon weg, macht das Licht gedämpfter, und nach einigen Minuten ist die Unruhe vorbei.
Nach vier Stunden ist die Optik weitgehend verschwunden. Was bleibt, ist Müdigkeit, großer Hunger und das Bedürfnis, über den Tag zu reden. Am nächsten Tag beschreibt sie die Erfahrung als intensiver als erwartet, obwohl die Menge niedrig war.
Solche Berichte haben einige Dinge gemeinsam: Es gab eine nüchterne Person, die Umgebung war ruhig und bekannt, und es wurde nicht nachgelegt. In Berichten über schwierige Verläufe fehlt meist mindestens einer dieser Punkte.
Nach der Wirkung
Nach dem Abklingen schlafen viele ein1. Psilocybin gilt nicht als körperlich abhängig machend, auch das Risiko einer psychischen Abhängigkeit wird als gering eingeschätzt4. Wer kurz hintereinander erneut Pilze nimmt, spürt meist weniger, weil sich schnell eine Toleranz aufbaut1.
Selten bleiben Wahrnehmungsveränderungen auch nach dem Ende der Wirkung bestehen, etwa Nachbilder oder flimmernde Muster. Dieses Bild wird als HPPD bezeichnet (Hallucinogen Persisting Perception Disorder) und gilt als relativ selten6. Ebenfalls selten, aber ernst, sind Psychosen, die durch die Einnahme ausgelöst werden und Monate dauern können, vor allem bei Menschen mit entsprechender Veranlagung4. Wer nach Tagen noch Wahrnehmungsstörungen, Angst oder Wahnideen hat, sollte ärztliche oder psychiatrische Hilfe suchen.
Welche Menge in welchem Bereich liegt und welche Kombinationen gefährlich sind, steht im nächsten Kapitel, Dosis und Risiken.
Quellen
- Mindzone (Landescaritasverband Bayern): Pilze
- Deutsche Aidshilfe, Drogenportal: Pilze, Wirkung, Nebenwirkungen, Safer Use
- drugcom.de (BZgA): Drogenlexikon, Psilocybin
- Suchtprävention Zürich: LSD und Zauberpilze, Problemen vorbeugen
- Kopra u. a. (2022): Adverse experiences resulting in emergency medical treatment seeking following the use of magic mushrooms, Journal of Psychopharmacology
- Johnson u. a. (2008): Human hallucinogen research: guidelines for safety, Journal of Psychopharmacology